Teil III
Skelette. Die Menschheit hatte die große Wette verloren, und Pan war wieder allein.
Der Wald rückte vor, überfiel die Ruinen,stieg durch die Fenster, zertrat die Maschinen, steckte sich Türme ins güne Haar, griff Lokomotiven und spielte mit ihnen, und holte Christus vom Hochaltar.
Nun galten wieder die ewigen Regeln.Die Gesetzestafeln zerbrach keiner mehr.Es gehorchten die Rose, der Schnee und der Bär. Der Himmel gehörte wieder den Vögelnund den kleinen und großen Fischen das Meer.
Teil II
Drunten in den versunkenen Städtenversunken, wie einst Veneta versank,lebten sie weiter, hörten Motetten,teilten Atome, lasen Gazetten,lagen in Betten und hielten die Bank.
Ihre neue Welt glich gekachelten TräumenDer Horizont war aus blauem Glas. Die Angst schlief ein. Und die Menschheit vergaß. Nur manchmal erzählten die Mütter von Bäumenund die Märchen vom Veilchen, vom Mond, und vom Gras.
Himmel und Erde wurden zur FabelDas Gewesene klang wie ein altes Gedicht.Man wußte nichts mehr vom Turmbau zu Babel.Man wußte nichts mehr von Kain und von Abelund auf die Gräber schien Neonlicht.
Teil I
Als sie,
krank von den letzten Kriegen,
tief in die Erde hinunterstiegen,
in
die Kellerstädte, die druntenliegen,
war noch keinem der Völker
klar,
daß es der Abschied für immer war.
Sie
stauten sich vor den Türen der Schächte
mit Nähmaschinen und
Akten und Vieh,
daß man sie endlich nach unten brächte,
hinab
in die künstlichen Tage und Nächte.
Und sie erbrachen, wenn einer
schrie.
Ach, sie erschraken
vor jeder Wolke
Wars Hexerei, oder wars noch Natur?
Brachte
sie Regen für Flüsse und Flur?
Oder hing Gift überm wartenden
Volke,
das verstört in die Tiefe fuhr?
Sie
flohen aus Gottes guter Stube.
Sie ließen die Wiesen, die Häuser,
das Wehr
den Hügelwind und den Wald und das Meer.
Sie fuhren mit
Fahrstühlen in die Grube.
Und die Erde ward wüst und leer.
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Begleittext:
(Erich Kästner: Die Maulwürfe - oder Euer Wille geschehe)